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RAUMWISSEN: Wie klingt Akustik im Büro?

RAUMWISSEN, die Seminarreihe bei KAHL, startete am 26. März erfolgreich mit dem ersten Themenblock Akustik ihr Seminarangebot für Architekten und Facility Manager.

Wie unterschiedlich Akustik wahrgenommen wird, zeigte Horst Drotleff vom Fraunhofer Institut für Bauphysik eindrucksvoll in seinem Vortrag am 26. März 2009.

RAUMWISSENAnhand von Audiobeispielen demonstrierte Horst Drotleff den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Wirkung von Geräuschen und Schall. So wird das Geräusch eines tosenden Wasserfalls nachts als angenehm empfunden, während gerade nachts die viel leisere Stechmücke als Störenfried wahrgenommen wird. Es gilt, diesen subjektiven Höreindruck in objektive, also mess- und vergleichbare Maße zu wandeln. Das älteste raumakustische Maß ist die Nachhallzeit. Sie ist bedeutend für die Sprachverständlichkeit, d.h. je kürzer die Nachhallzeit, desto besser die Sprachverständlichkeit. Früher wurde für die Büroräume der Richtwert 55 dB (A) vorgegeben.

Horst Drotleff hat den Sinn dieser Forderung in Frage gestellt. Laut einer Studie der Kath. Hochschule Eichstätt kann eine gute Sprachverständlichkeit aber als störend empfunden werden. Werden Gespräche im Raum über eine größere Distanz gut verständlich, so kann dies selbst bei sehr leisen Schallpegeln die kognitive Leistungsfähigkeit reduzieren.

Die drei akustischen Mittel, ein Büro sinnvoll zu gestalten, sind laut Horst Drotleff Schall zu absorbieren, zu schirmen und zu überlagern (maskieren). Maskieren, also das Übertönen von akustischen Inhalten, ist in Nordamerika weit verbreitet; die Akzeptanz in Zentraleuropa ist hingegen deutlich geringer. Vor dem Einsatz dieser Mittel sollte die Arbeitsorganisation überprüft werden. Durch geschickte Zonierungen können Arbeitsbereiche mit guter Verständlichkeit oder Vertraulichkeit gebildet werden.

RAUMWISSENIm 2. Impulsvortrag am 22. April 2009 führte Peter Mertens, Renz Solutions GmbH aus Aidlingen, in die Problematik des neuen Bauens mit schallharten Decken ein. Hierbei zeigte er in Beispielen und physikalischen Grundlagen Lösungsansätze zur nachhaltigen Verbesserung der Akustik auf und verglich diese mit konventionellen Gebäudestrukturen und abgehängten Decken. Mittels Breitbandkompaktabsorber sollen die tieffrequenten Töne absorbiert werden. Da, so stellte Peter Mertens dar, die tiefen Frequenzen den Schall tragen und für die Lautstärke verantwortlich sind, wird mit der Absorbierung dieser Frequenzen die Schallenergie "gebändigt". Zur Schirmung dienen raumhohe Glaselemente, die den Absorbern die Energie "zuspielen". Der kombinierte Einsatz von Absorberelementen mit den Glaselementen ermöglicht es, eine transparente Bürolandschaft umzusetzen, in der neue Generationen von Akustikmöbeln eine wesentliche Rolle spielen. Gleichzeitig kann damit eine zeitgemäße Flächenverdichtung realisiert werden. Hier kann auch der weiterentwickelte Breitbandkompaktabsorber mit integrierter Klimatechnik und Licht eingesetzt werden.
Umgesetzte Projekte im Neubau oder bei Revitalisierungen wurden von Peter Mertens den Teilnehmern der Seminarreihe RAUMWISSEN in vielen Bildern aufgezeigt.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer über ihre Erfahrungen mit ihren Projekten bei einem Imbiss.

Die Seminarreihe RAUMWISSEN bei KAHL ist von den Architekten und Facility Managern aus der Metropolregion Rhein – Neckar begeistert angenommen worden. Diese kostenlosen Veranstaltungen werden von den Architektenkammern als Weiterbildung anerkannt. Die Teilnehmer schätzen aber auch den Austausch untereinander und das hochwertige Ambiente des Veranstaltungsortes.

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